Urlaubsreise nach München - Teil I
Wenn zwei Jungs zusammen Urlaub in einer Großstadt machen, können aufregende Dinge passieren. Jens und sein Freund waren zu zweit in München, der schwulen Hochburg Bayerns gewesen. Ob München schwul oder doch nur ein Volk von Biersäufern und Weißwurstessern ist, kannst du in seinem Reisebericht nachlesen...
Schon seit langer Zeit plante ich einen Urlaub mit meinem Freund, aber leider hat man es nie zeitlich hinbekommen bis zu unserem ersten Urlaub in München.
Doch der Urlaub verlief nicht ganz ohne Tücken... Es fing alles mit dem Tag des Abfluges an. Ich hatte schon panische Angst vor dem Flug, und mein Freund meinte immer nur „Ach, das wird schon nicht so schlimm“, na ja dachte ich so bei mir, der hat ja gut reden! Er ist ja schon ein paar Mal geflogen, doch ich?? Nein, ich wollte es immer vermeiden zu fliegen, denn meine Flugangst war immer größer, aber nun stand ich am Hamburger Flughafen und dachte ich sei verrückt. Während ich da ja so warten musste und immer nervöser wurde, dachte ich noch so an die Geschichten und Sprüche meiner Familie die ich noch mit auf den Weg bekommen hatte... Die gingen mir nicht aus dem Kopf „runter kommst Du immer, kannst Du schwimmen, kommt der Copilot mit ner Kurbel hat das nichts gutes zu bedeuten“ ich wurde immer nervöser und ich merkte wie mir der Schweiß nur so runter lief. Aber dann, es war endlich an der Zeit an Bord zu gehen und meine Angst war so groß wie es gar nicht mehr ging, aber ich konzentrierte mich lieber auf die Platzsuche und wir wurden auch fündig. Aber was ist das? Nein, dachte ich und sah erschrocken zu unseren Plätzen hinunter und dachte nur „Der Notausgang, wieso der Notausgang das soll doch ein Zeichen sein“ und meine Angst packte mich noch mehr. Wir setzten uns und ich schnallte mich erst mal an und wollte weder was hören noch was sehen. Nun war es soweit die Maschine rollte los und ich hörte aufmerksam der Stewardess zu, bezüglich der Sicherheitsregeln an Bord. Wir hatten sehr nette Stewardessen und Sie brachten selbst die Fluggäste durch einen Versprecher zum lachen, was auch mich ein wenig auflockerte. Nach Ihrer Ansage also sollte es losgehen und mir war super mulmig. Auf einmal fegte der Flieger los und ich wusste gar nicht mehr wie mir geschah, denn das hatte ich ja nicht geahnt, so in den Sitz gepresst zu werden und nun ging es ab nach oben und ich saß völlig fertig neben meinem Freund in Stuhl der gar nicht wusste wie er mir denn helfen konnte. Er sprach mich an, doch ich reagierte kaum und sprach nur „lass mich in Ruhe“ und starrte nur noch auf den Boden. Der Flug an sich ging dann aber doch schon, es war zwar ein mulmiges Gefühl und ich sträubte mich aus dem Fenster zu schauen aber es war soweit alles wieder OK. Der Landeanflug verlief ganz gut, auch wenn es Ohrenschmerzen als Quittung noch kostenlos dazu gab, ich aber war froh wieder auf Mutter Erde zu sein.
Kaum gelandet riefen wir unseren Kumpel Sascha an der uns abholen wollte, doch der Stand im Stau und wir mussten warten, na klasse dachte ich... Meine Nerven am Ende vom Flug und dann das noch! Nach ca. 5 Minuten klingelte Kevin sein Handy und der Sascha war dran und meinte es könne noch so eineinhalb Stunden dauern und wir sollten doch mir der U-Bahn zum Ostbahnhof fahren, was wir dann auch machen wollten, nur wer sollte das Preis- und Zonensystem in München verstehen? Ich? Null, also ging ich fragen und der nette junge Mann half mir am Schalter auch gerne weiter... Er fragte „Reisen sie alleine?“ und ich antworte „Nein, zweimal bitte“ und er meinte nur „ 16 Euro bitte“ Ich dachte nur, wie bitte? 16 Euro das kann ja wohl nicht wahr sein, aber bezahlen musste man es ja doch irgendwie und spürte also gleich zu Anfang das München wohl etwas teurer ist als Kiel. Aber na gut, am Ostbahnhof angekommen begrüßte uns der Sascha der gleich und alle Sorgen waren bei mir wie weg gepustet, so sehr freute ich mich Ihn zu sehen. Bei Ihm zu Hause angekommen musste ich mich erst mal erholen von dem Flug und den Strapazen. Wir redeten und redeten und redeten, natürlich auch über den Horrorflug. Doch dann fragte ich Sascha wo denn sein Freund sei, den wir ja nun auch mal kennen lernen sollten, doch Sascha meinte nur den lernen wir morgen erst kennen. Na ja die Zeit verging recht schnell und Sascha wollte uns nun mal eine Disse zeigen, die er sehr angesagt findet und fragte ob wir denn Lust hätten? Klar hatten wir Lust, nur die beiden hatten schon was getrunken also musste ich fahren, ja ich. Der Stadtfremde der gerade mal einen Tag in München ist fährt schon gleich Auto, da muss ich gleich mal erwähnen die fahren da ja wie die bekloppten J. Die Disse zu der wir gefahren sind heißt „Soul City“ und ich muss sagen der Club ist echt cool, und die Leutz da sind auch ganz anders. Wir haben einen riesigen Spaß gehabt und es war echt super klasse, denn immerhin war es ja Donnerstag und das da so viele Leute unterwegs in den Clubs sind fand ich echt super. So verging also der Abend im Soul City ganz nett, ich wurde nett angebaggert und die anderen auch, nur die Musik ist da nicht anders als bei uns im Norden, es ist dieselbe Szenemucke wo man sich manchmal fragt ob die Schwulen und Lesben des 20. Jahrhunderts in den 70er, 80ern stecken geblieben sind. So gegen zwei Uhr hieß es dann ab nach Hause.